Suchmaschinenlogik {Historie: Oluempia}

Dezember 9, 2008

Es begab sich zu einer Zeit, da die Erde flach wie eine Scheibe war und unten das Wasser tobte und das Land loderte, oben aber nichts als die reine unsichtbare Luft schwebte und den Blick in den unendlichen Raum freigab. Die Götter lebten mit den Menschen in Eintracht auf dem Erdenteller, man kam sich nicht ins Gehege, da die Gottesgeschöpfe das Wasser und die Menschenkinder das Land bewohnten und sich vor den dunklen Untiefen der Ozeane fürchteten.
Unter den Menschenkindern gab es ein Mädchen, das war rein wie die Luft und schön wie die Unendlichkeit. Das zarte Weibchen fühlte sich trotz großer Furcht schrecklich zu den Meeren hingezogen, so dass es immer wieder an den Ufern der Gewässer spazieren ging und versuchte, den schwarzen Grund zu erspähen. So neugierig war das Mädchen, dass es sich bis ganz an die Wasserkante wagte, um wenigstens einen Blick auf das unbekannte Terrain erhaschen zu können. Im Wasser aber saß der göttliche Jüngling Zeus und beobachtete, wie das Mädchen an jedem Tag die Nähe der Gewässer suchte. Und mit jedem neuen Tag, an dem Zeus das weibliche Geschöpf erblickte, entflammte sein göttliches Herz mehr und brachte das Wasser in Wallung.
Das Mädchen aber ward verschreckt als das Meer blubberte und die Wellen an das Ufer schlugen, dass es nur so krachte. Und es kam nicht mehr an die Grenze, die die Götter und Menschen trennte, da ihre Furcht die Neugier besiegt hatte. Zeus aber fühlte einen hohlen Schmerz in der Brust, der das Wasser eisig werden ließ. Da ersann der junge Gott einen Plan, der ihm das geliebte Weibswesen zurückbringen sollte, und erbaute eine Brücke von Wasser zu Land mit Säulen so hoch, dass das menschliche Auge ein Ende nicht ausmachen konnte, und mit einem Baldachin voll von Sternen, Monden, Sonnen und Wolken, der sich erhellte und verdunkelte und den unendlichen Raum geschickt verdeckte.
Und Zeus erhob sich aus dem Wasser und betrat das Land und dort, wo er seinen göttlichen Fuß aufsetzte wuchsen blutrote und schneeweiße Königsrosen. Der Göttliche suchte landauf und landab nach dem schönen Menschenkind und als er das Mädchen schließlich nach 1001 Tagen und Nächten gefunden hatte, nahm er es auf seine starken Schultern und entführte es auf das Dach des Baldachins. Und der Gott Zeus und das Mädchen Hera lebten in einem Palast über der Brücke. Sie gaben dem Himmelsschloss den Namen „Oluempia“, dann holten sie die anderen Götter zu sich herauf, damit die Menschen das Wasser kennenlernen und für sich erobern konnten.
So also teilten Götter und Menschen das Oben und Unten unter sich auf – die Erde für den Mensch und Oluempia für den Gott.

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