Im zarten Alter von 8 Jahren hatte Lukas bereits den Ruf, ein Junge mit einem ganz besonderen Talent zu sein. Er konnte seine Klassenkameraden zu immer neuen Lausbubentaten überreden, ohne dass er selbst als Anstifter in Erscheinung hätte treten müssen. Erwischt wurden immer nur seine Kumpels, die ganz unbedarft das ausführten, was er ihnen in geheimer Runde befehligte. So wurde Martin dabei ertappt, als er der ungeliebten Banknachbarin von Lukas Zahnpasta auf das Pausenbrot schmierte. Besagte Schülerin hatte Lukas mehrfach einen Esel vor versammelter Klasse genannt, und Martin musste ihr nach seiner “Schandtat” eine Woche lang blankpolierte Äpfel mitbringen. Nicht besser erging es Heinrich, der der Klassenlehrerin einen Eimer Flüssigkeit über dem Kopf ausleerte – aus dem ersten Stock des Gebäudes wohlgemerkt. Der strenge Geruch, dem der Lehrerin für den Rest des Tages anhaftete war es wohl, der Heinrich einen saftigen Eintrag ins Klassenbuch und einen blauen Brief an die Eltern bescherte. Die Lehrerin hatte einige Tage zuvor Lukas eine Strafarbeit aufgebrummt, weil er den Unterricht durch permanent lautes Reden gestört hatte.
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Archiv des Autors: Sabine
Verknopft Bescherzt
Verknopft mit Kopf durch die Welt.
Bescherzt ein Herz gefasst.
Intellektürell durch eine Buchlese gegangen.
Mit Baucharme frei von Last.
Knöpfchen mit Köpfchen.
Herzchen mit Scherzchen.
Ohne Intel keine Lektüre.
Ohne Bau kein Charme.
Mit Kopf und Verstand,
das Herz in der Hand.
Mit Intellekt und Wissen,
der Bauch ist intuitives Kissen.
Zum Zitat notiert
Per Zufallsklick durch den Zitatewald und nach Kategorie wie auch Autor sortiert, zur Schau gestellt und versuchsweise Kommentare zu weisen Worte und wortbildernen Allegorien gebildet. Heute zu Gast:
“Und ich erzog mir die Sprache zum Bösewicht.”
Herbert Achternbusch (*1938), dt. Filmemacher u. Schriftsteller
Verletzende Worte, spitze Zunge, ätzende Sätze, vergifteter Tonfall. Die Sprache als ausführendes Organ der bösen Macht, tötet wie ein pfeilschnelles Präzisionsgewehr auf den Buchstaben genau. Vor der Bluttat steht der Befehl. Jeden Tag ein hinterhältiger Meuchelmord. Üble Nachredefetzen wabern aus der Gerüchteküche und würgen an der Würde des im Gespräch Gemeinten. Manipulation der Massen mittels propagandagesteuerten Reden an die Nation. Ein Wort – ein Dolchstoss – ein gesellschaftlicher Untergang.
Coraliques Etwaiges
Ich, ach.
Zerbrahmst und gestückerlt.
Und oh, ach ich.
Gerundiert mit Flockatur.
Oh ja, nich och, ah ja, ich noch.
Kandiziert auf Goldich.
Was, ich?
Verwehmundet oder tückerlich.
Ich, ein wer bich in, oh nein, bin ich.
Zuckerzutiefst für Pudraganz.
Gesuperfrückt.
Beliebentzückt.
Vollsanfentrückt.
Ich, ach.
Am 1. Mai sind Turbulenzen
Am ersten Mai, um 21:14:47 klingelte das Mobiltelefon zum vierzehnten Mal, bevor H. den Anruf entgegen nahm. In der Leitung knackte es ein paar Mal, bevor H. verstehen konnte, was B. in die Hörermuschel schrie. “Ich komme hier nicht mehr raus … Wir sind einge … “ Dann brach die Verbindung ab.
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Der Tag, an dem die Sonne
Der Tag, an dem die Sonne am längsten scheint, ist nicht der wärmste des Jahres
Ich wache um 5:32:07 auf und es ist schon hell draußen. Ich frage mich, ob es ein guter Tag werden wird, heute am 21. Juni. Das Stückchen Himmel, das durch den Spalt der Schlafzimmergardinen zu sehen ist, ist sehr blassblau, fast weiß. Ob es bewölkt ist, heute? Ich setze mich langsam im Bett auf, reibe meine Augen, strecke die Arme, gähne. Es wird ein langer Tag heute.
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Pflanzungen
Ich habe einen Balkon, der 3 Meter breit und 5 Meter lang ist. Er ist zur Nordseite ausgerichtet, die Sonne scheint nie darauf. Aber ich pflanze. Jedes Jahr neue Pflänzchen, und das mehrmals, weil ich den Schatten ignoriere. Nachtschattengewächse sind nicht mein Gemüt, also versuche ich die lichtgeneigten Wesen mit klarem Wasser am Leben zu erhalten. Das gelingt mir über ein paar Wochen hinweg, dann muss ich Abschied nehmen von den verkümmerten Blättern und Blühten. Ein grüner Daumen wurde mir wohl nicht in die Wiege gelegt, obwohl ich mit ihnen spreche, den zarten Gebilden.
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acetylfluoride actinometer adjusted
Seit Erfindung des elektronischen Postsystems kann ich mich vor Anfragen aus aller Welt, aus dem Nirvana, aus dem Garten Eden und aus ekstatischen Himmeln gar nicht mehr retten. Es ist einfach grandios, vielfältige Angebote zu erhalten, die mir mehr Potenz durch das Tragen von katzenvergoldeten Armbanduhren mit überdimensionierten falschen Edelsteinen versprechen – zu einem sensationellen Preis versteht sich! Ganz unglaublich wunderbar sind auch die Briefe, die ich mir durch meine gefühlten 5.789 anderen virtuellen Persönlichkeiten selbst schreibe: Die erotischen Versprechen die ich mir in den Betreffzeilen mache, sind außergewöhnlich differenziert, doppeldeutig bis ungeziemlich – ich wusste gar nicht, dass meine Fantasie so ausschweifend-exzessiv-kreativ ist.
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Das Wort zum Sonntag
“Auch mit edlen Ideen kann man die Welt verwüsten.”
Jiddisches Sprichwort
Jedweder Versuch, Gutes in die Welt hinauszutragen, kann zunichte gemacht werden, indem die durchaus ehrenwerte Absicht sich als eine zerstörerische herausstellt. Erkennt und bereut der Unglückliche die verhängnisvolle Wirkung seiner Handlung (mag sie sich auch nur im Stadium einer Kopfgeburt, sprich Idee befinden), so versucht er die Folgen durch das Leisten einer Abbitte ungeschehen zu machen – oder er sucht, so er keinen anderen Ausweg sieht – die Rettung in der Selbstaufgabe.
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Wortvariation IIIIIIIII
Klosterglocken
Osterglocken
Österglöcken
Klösterglöcken
Klösterglücken
Österglücken
Österlücken
Klösterlücken
Klüsterlücken
Üsterlücken
Üsterlecken
Klüsterlecken
Lüsterlecken Weiterlesen