Reiseweise

A

Ausdrucksstarke Aussichten auf archaische Areale. Allgegenwärtig attribuieren alle attraktiven Anreize auf:

Argentinien. Anziehend.
Australien. Anziehender?
Alaska. Am Anziehendsten!

Alle die genannten A,
wären zum Reisen schön.
Wäre doch nur Zeit,
ich wüsste schon,
wohin meine Wege gehn.
Auf die anderen Seiten der Welt,
gesehen aus von hier.
In den Norden,
In den Süden.
Zu den Bergen, schneeweiß, kaltbeleckt.
Zu den Bergen, sandrot, heißbedeckt.
Zu den Wüsten aus Eis oder Sand.
Am anderen Weltenrand.

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Auslese

Drops & Weizen

Es klackert in der kleinen Blechdose, lila-weiß-marmorierte Perlen rollen klingend an den Deckel, aus der ovalen Öffnung fallen sie und kullern bunt herum, ohne eine Duftwolke zu versprühen. Die kühlen Bonbons springen in meinen rosigen Mund. Auf der Zunge gelandet, zerfließen sahnig-süß die kleinen Pastillen und geben ihr fliederweiches Aroma frei. Mein Atem jubelt, ich hauche Drops aus.

Meine gebräunte Hand greift nach dem eisgekühlten Glas. Goldflüssig prickelnd schwappt Flüssigkeit über den Rand, knallgelb eine halbe Zitronenscheibe auf der Oberfläche wankend, der Frische wegen hinzugefügt und ohne weitere geschmackliche Bedeutung. Das klare Getränk läuft in meinen durstigen Mund. Auf der Zunge eine Welle schlagend, knospen Tropfen des Gerstensafts und geben ihren hopfenherben Genuß frei. Meine Kehle tiriliert, ich seufze Weizen aus.
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Auslese

Brust, weiblich

Praktikabel in der Verwendung, formschönes Design und mitunter hinreizend emotional.

Einsetzbar als:
°Bonboniere
°Nahrungsaufnahmequelle
°Trostpflaster
°Hinschauer
°Ablenker
°Lichtstrahl
°Schultertaschenentlaster
°Spielplatzersatz
°Wärmkissen
°Muse
°Wunscherfüllerin
°Ablenkungsmanöver
°Nippe|l|s
°Geschichtsschreiberin
°Stilikone
°Provokateurin
°Gelegenheitsgeschenk
°Ballsportart
°Zwilling
°Goldgrube
°Streich|el|konzert
°Kuscheltier
°Wundertüte
°Lockmittel
°Philosophie

Was noch?

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Sortenreichtum

Mach(T)en

“Die Selbstsucht ist die Wurzel aller anderen Verderbtheit.”
Johann Gottlieb Fichte, (1762 – 1814), deutscher Theologe und Philosoph
Quelle : »Reden an die deutsche Nation«, 1808

“Entscheidend ist nicht die Frage, ob man Macht hat, entscheidend ist die Frage, wie man mit ihr umgeht.”
Alfred Herrhausen (1930-89), dt. Bankier, Vorstandsspr. Dt. Bank

Kommt Macht von machen? In Wikipedia steht dazu “Im Althochdeutschen, Altslawischen und Gotischen bedeutete das Wort Macht soviel wie Können, Fähigkeit, Vermögen.”

Machen jedoch heißt nicht können heißt also wiederum, dass der ähnlich klingende Wortlaut nicht zwingend zusammenhängend ist. Hier seien drei thematische Extreme und zugleich stellvertretende Beispiele beschrieben, die den Unterschied in der Bedeutung hinreichend bis genügend darzustellen vermögen:
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Auslese

Unvollendet, Winter im Sommer

Eine Schneeschnuppe fällt auf meine Hand. Es ist Sommer, aber ich stehe zwischen kristallinen Eiszapfen, zitternd und wünschte, die Sonne wärmte kräftiger. 5.342 Meter hoch, ein Gletscher, der im gleissenden Licht perlt, ich habe auf dem Weg hierher alles hinter mir gelassen, was heiß gewesen ist. Ich recke mein kaltverbranntes Gesicht in den Himmel, will schreien, aber weißer Atemrauch kommt aus meinem Mund, fließt in die Luft um mich herum und produziert wolkige Stille.

Vor zwei Wochen war alles wie immer. Ich hatte mich mit Sina getroffen, wie immer dienstags in der Orangerie im großen Park am Mittenrand der Stadt. Wir haben auf der Bank gesessen, Kirschkerne in hohem Bogen in den kleinen Teich gespuckt, dazwischen lustigsinnlose Worte geplappert, und das Glück hat uns den Nachmittag versilbert. Die Parkbank war unser zuhause für die eine Stunde, die wir uns in jeder Woche gesehen haben. Zum ersten Mal übrigens an einem klaren Tag Anfang März.
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Sortenreichtum

Anderssommerliebe

Nicht so schüchtern. Sagt Er zu Ihr.
Sie senkt den Blick, einen Bruchteil nur, dann schlägt Sie die Augen auf.
Schön wäre es. Sagt Sie zu Ihm.
Sie liegen im lichtergrünen Gras, sonnenbeschienen und himmelblau, Er pflückt eine weiße Lindenpolle aus Ihrer glänzendbraunenen Haarsträhne und reicht Ihr eine dottergelbe Butterblume.

Für Dich würde ich alle Wiesenblumen der Welt einmal sammeln. Sagt Er zu Ihr.
Sie schnuppert an dem Blütenkelch, ein paar Nanosekunden nur, dann streichen Ihre Fingerkuppen über Grashalme.
Es duftet so gut überall. Sagt Sie zu ihm.
Sie sitzen im saftiggrünen Gras, sommerlich warm und laublau, Er fängt einen roten Dreipunkt-Marienkäfer und setzt ihn auf Ihre bronzefarbene Hand.
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Auslese

Weißt Du, wenn es kalt ist?

Weißt du, wenn es kalt ist?

Weißt du, wenn es kalt ist, ist es stets eine Sache mit Dir innenaußen: Der Körper so verletzlich, weil eisig, weil gefroren, weil der Kopf gestoppt und die Gefühle nicht mehr laufen.

Weißt du, wenn es kalt ist, ist es stets eine Sache mit allem Draußeninnen: Die Luft ganz klar, weil durchsichtig, weil trocken, weil die Haut gekräuselt ist und die Gedanken erstarrt jucken.

Kälte eishaucht und klärt und nun ja, ganz nun ja: Weißt wer Du bist, zwischen all den Schollen, frierst darin und bist. Bist eins mit der Materie, spürst Dich mehr, weil es Dir unglaublich scheint, aber es so einige Hitzemomente gibt. Weil es so viele unterkühlte Kaltaugenblicke gibt.
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Auslese

Weißt Du, wenn es heiß ist?

Weißt du, wenn es heiß ist?

Weißt du, wenn es heiß ist, ist es stets eine Sache mit Dir selbst: Der Körper so nah, weil klebrig, weil nass, weil der Kopf spinnt und die Gefühle irre laufen.

Weißt du, wenn es heiß ist, ist es stets eine Sache mit allem Draußen: Die Luft ganz nah, weil stetig, weil feucht, weil der Schweiß rinnt und die Gedanken wirr raufen.

Hitze verwirrt und klärt und eigentlich, ganz eigentlich: Weißt wer Du bist, zwischen all der Suppe, schwimmst darin und bist. Bist eins mit dem Leben, merkst Dich mehr, weil es Dir unerträglich scheint, aber es so einige Kühlungsmomente gibt. Weil es so viele überscharfe Hitzaugenblicke gibt.
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